Mittwoch, 10. Januar 2018

Von Verspätungen, verkürzten Reihen und dem Vneck Boxy

In meinem letzten Post hatte ich ja schon angekündigt, dass er fertig ist: mein schwarzer Vneck-Boxy, mein Monster-Strickprojekt aus dem letzten Jahr. Und auch wenn es ewig gedauert hat, es war jede einzelne der drölfzillionen Maschen wert! Schon jetzt habe ich ihn ziemlich oft getragen, so ein lässiger schwarzer Oversize-Pulli fehlte bisher noch in meiner Garderobe. Und nach Weihnachten ist so ein weit geschnittenes Oberteil besonders von Vorteil ;-)


Der Vneck Boxy von Joji Locatelli ist - neben seinen anderen Varianten mit rundem Ausschnitt oder dickerem Garn - ja mittlerweile ein Klassiker bei den modernen Strickanleitungen. Zwar stand er schon lange auf meiner Liste, aber letztendlich gestartet habe ich das Projekt erst diesen Herbst, im Rahmen eines von der Designerin höchstpersönlich organisierten Knit Alongs. Da war was los, kann ich euch sagen. Viele Teilnehmer hatten irre viele Projekte auf den Nadeln und stellten die allesamt in Rekordzeit fertig. Im Gegensatz zu mir, ich wurde mit diesem einen Teil nicht ganz termingerecht fertig, aber zwei Wochen Verspätung ist doch noch in Ordnung, oder?

Die Verspätung kam aber auch dadurch zustande, dass mir doch tatsächlich das Garn ausgegangen ist. Und zwar so dermaßen knapp, es fehlte nämlich nur noch die wenigen Reihen des Kragens. Das ist mir bisher noch nie passiert, aber glücklicherweise lässt sich das Drops Garn problemlos nachbestellen. Und bei der Gelegenheit kann man natürlich gleich die Wolle für das neue Projekt mitbestellen... Ähäm.


Der Pullover wird von oben nach unten gestrickt und nach dem Ausschnitt schon bald zur Runde geschlossen. Dann heißt es rechte und noch mehr rechte Maschen. Da sollte man schon etwas Strickausdauer mitbringen und einige Serien oder Podcasts zur Hand haben, sonst wird es recht schnell laaaangweilig. Es war wie ein Wunder, auf einmal am Maßband die geforderte Länge abzulesen!

Die Garnqualität Baby Merino von Drops ist sehr, sehr elastisch, ich hoffe daher, dass das gute Stück seine Form behält und sich nicht weiter in die Länge zieht. So wie er ist, finde ich ihn nämlich perfekt. Aber leider habe ich schon die ersten Fusseln daran entdeckt - und das obwohl ich ihn erst zwei, drei Mal getragen habe. Mal sehen, wie sich das Garn so in der Zukunft verhält, ich hoffe, es bleibt im Rahmen. Auf dem Bild unten kann man aber erkennen, dass das Maschenbild nach dem Spannen sehr gleichmäßig wird, in dieser Hinsicht bin ich also voll und ganz zufrieden.


Die Schulterpartie sitzt bei meiner Größe M super, auch dank der verkürzten Reihen. In der Anleitung werden die durch "Wrap & Turns" (also mit Wickelmaschen) gearbeitet, aber da ich die ja bei meinem Vitamin D-Cardigan als zu sichtbar empfunden habe, habe ich sie hier durch "German Short Rows" (die Wendemasche wird als Doppelmasche gearbeitet) ersetzt. Dabei war ich mir zunächst unsicher, wie das funktioniert, habe aber eine Lösung gefunden, die bei mir gut geklappt hat und die ich euch hier zeigen möchte:

Verkürzte Reihen: die "Wrap & Turn"-Methode durch "German Short Rows" ersetzen

Angenommen, in der Anleitung steht Folgendes: 
Stricken Sie rechts bis drei Maschen vor dem Maschenmarkierer und arbeiten Sie dann eine Wickelmasche ("wrap"). Wenden Sie dann ("turn") die Arbeit. 

Will man aber lieber "German Short Rows" stricken, muss man eine Masche rechts mehr stricken, um beim obigen Beispiel zu bleiben, also bis zwei Maschen vor dem Markierer. Dann wendet man das Strickstück und arbeitet gleich die Doppelmasche, bevor es dann normal weitergeht. 

Tadaaa! So einfach ist's.

Für viele Strickerinnen ist das vielleicht selbstverständlich, aber denjenigen, die so wie ich erstmal einen kleinen Knoten im Kopf hatten, konnte ich hoffentlich helfen!


Ansonsten bin ich genau nach Anleitung vorgegangen und damit super zurecht gekommen. Das war auch das erste Mal, dass ich einen V-Ausschnitt gestrickt habe, der mir sehr, sehr gut gefällt und auch nicht zu viel zeigt. Und wer nur ungern Ärmel strickt: Die sind hier dank des breit angelegten Körpers so kurz, dass ich nicht einmal 50 Gramm Wolle gebraucht habe. Aber ein bisschen eng sitzen sie bei mir... Das nächste Mal nehme ich wohl zwei bis vier Maschen mehr dafür auf.

Und nicht nur beim Knit Along von Joji war ich zu spät dran, ich verspäte mich auch beim Abschluss von den 12 Colours of Handmade Fashion. Aber den will ich mir nicht nehmen lassen, immerhin schuf Selmin die letzten beiden Jahre so viel kreativen Input, dass ich ihr diesen Pulli widme! Es war mir eine Ehre, bei den monatlichen Linkpartys mit dabei sein und dadurch viel Neues lernen zu dürfen! Danke Selmin!


Und hier noch einmal Alles in Kürze:
Anleitung (englisch): Vneck Boxy von Joji Locatelli via Ravelry
Garn: Drops Baby Merino in Schwarz (21) via Lanade
Nadelstärke: 3,5


Verlinkungen:
12 Colours of Handmade Fashion - Dezember
Auf den Nadeln - Januar

Freitag, 5. Januar 2018

Auf den Nadeln im Januar


Ein frohes neues Jahr wünsche ich! 


Ihr seid hoffentlich alle gut in 2018 gelandet. Bei mir hat der Jahreswechsel doch prompt einen kleinen Motivationsschub ausgelöst und so bin ich momentan dabei, so einige Projekte fertigzustellen. 

Da wären z.B. die Weihnachtssocken für meinen Freund. Traditionell werde ich nicht pünktlich zu Heilig Abend fertig, aber Anfang Januar ist jetzt nicht mein schlechtestes Ergebnis. Gestrickt habe ich die Soxx No.4 aus dem Soxxbook, dazu aber bald mehr. 

Auch mein schwarzer Vneck-Boxy ist fertig! Und das schon kurz vor dem Jahreswechsel! Das war ja ein kleines Mammut-Projekt, seit September saß ich an diesem Meer aus rechten und noch mehr rechten Maschen. Das Einzige, was noch fehlt, ist Licht für die Fotosession. Zwei Mal habe ich es bisher probiert, beide Male mit mäßigem Erfolg. Ich hoffe, ich bekomme bald anständige Bilder hin, damit ich ihn euch ganz schnell zeigen kann. 

Dann muss ich noch ganz schnell ein zweites verzopftes Stirnband für meine Freundin zusammennähen, gestrickt ist es schon. Ihr hat die erste Version so gut gefallen, dass ich ihr das zum Geburtstag schenken möchte. Und Socken für meine liebe Insta-Freundin Romy sollen bald fertig werden, aber da verrate ich erst später mehr - es soll ja eine Überraschung bleiben.

Tja, und oben im Bild seht ihr die Maschenprobe für meinen neuen Pulli. Und ich will das jetzt stricken! Jetzt, sofort, die ganze Zeit!! Die Wolle ist so, so weich und seit zwei Jahren schmachte ich auf Ravelry das Projekt an... Jetzt ist es endlich auf den Nadeln! Ich muss die Wolle schon außer Sichtweite deponieren, um ja nicht auf dumme Ideen zu kommen... Hihi.

Welche Projekte stehen bei euch im neuen Jahr an? Ist einer der guten Vorsätze alte Projekte zunächst zu beenden, bevor ihr neu anschlagt? Oder habt ihr 2018 direkt mit einer Cast on-Party begonnen? Da werde ich doch gleich mal bei Maschenfein stöbern gehen! Ich wünsche euch eine tolle Zeit mit vielen spannenden Projekten und ich hoffe, wir lesen uns hier weiterhin!
Eure Bine

Sonntag, 31. Dezember 2017

The Sewing & Knitting Oscars 2017

Hallo ihr Lieben, 
willkommen zwischen den Jahren! Ich liebe diesen Ausdruck ja sehr, den irgendwie schwingt für mich schon ein wenig die Bedeutung mit, dass man mal kurz die Pausetaste vom Leben drückt, über das vergangene Jahr nachdenken kann und überlegt, was nun auf einen zukommt. 

Für mich bedeutet das auch, während ich hier noch den ein oder anderen Schoko-Nikolaus vertilge, eine kleine kreative Bilanz zu ziehen. Was habe ich gestrickt? Was genäht? Und wie oft trage ich die Sachen tatsächlich? Der perfekte Rahmen für solch einen Rückblick bieten ... Trommelwirbel...

Die Rückblick LinkParty

Die grandiose Idee zu den Sewing Oscars hatte Nina vom Blog Vervliest und Zugenäht, ich ergänze Sewing noch durch Knitting, aber ansonsten zeige ich ganz einfach meine persönlichen Highlights des Jahres 2017! Legen wir direkt los und beginnen mit folgender Kategorie:

Beste Nebendarsteller
In dieser Kategorie verleihe ich den Oscar an oft unbeachtete, aber für mich unverzichtbare Stücke: meine gestrickten Socken. Die sind hier sehr häufig im Gebrauch, denn mein Schreibtisch steht in einer Ecke an zwei Außenwänden, wo ich gerne schnell fröstele. Daher kann ich mir das Arbeiten dort ohne bunte Stricksocken gar nicht mehr vorstellen, sie retten mir jeden Tag am Schreibtisch das Leben!


Neben der Socke No. 10 (links) und den Blümchen-Socken habe ich noch einfache Socken gestrickt, um die Ferse mit dem ulkigen Namen Fish Lips Kiss Heel einmal auszuprobieren. Bei manchen Mustern ist das von Vorteil, denn man kann so die Ferse andersfarbig einstricken, ohne dass im Hauptteil der Socken - wie z.B. bei der Socke No. 10 - ein Streifen über den ganzen Fuß läuft. Hier war das allerdings so beabsichtigt :) Die Ringelsöckchen waren übrigens auch euer Highlight auf Instagram - vielen Dank für all eure Herzchen!

Bester Hauptdarsteller
Hier trägt den Sieg mein roter Vitamin D-Cardigan davon, den ich sehr gerne und sehr oft trage. Die Alpakawolle wird gefühlt immer weicher und das dunkle Rot war ja sowieso eine der Trendfarben im Herbst 2017. Dazu die abgerundete Form und das zurückgenommene Lochmuster und schon ist es einer meiner absoluten Lieblinge im Kleiderschrank!

Beste visuelle Effekte
Diesen Oscar heimst das erst kürzlich gezeigte braune Stirnband mit dem plastischen Zopfmuster ein. Bisher habe ich immer nur ganz einfache Zöpfe gestrickt und dachte, die mit mehreren Strängen wären furchtbar kompliziert. Bei einem Stirnband ohne Zu-oder Abnahmen sollte aber nichts schiefgehen, überlegte ich mir und machte mich munter ans Werk - um letztendlich festzustellen, dass das gar kein Hexenwerk ist!


Beste Regie
Aufwändig und zählintensiv - aber das Ergebnis entschädigt für alles! Das beschreibt mein Rheinlust-Tuch wohl ziemlich gut. Das war mein Debut mit Lace-Garn, aber auch mein Debut im Stricken von Spitze. Aber dank der tollen Anleitung von Melanie Berg und meiner Strichliste habe ich diese Herausforderung gemeistert und bin stolz wie Bolle!


Bester Schnitt
Soweit zum Thema Stricken, genäht habe ich dieses Jahr nämlich auch! Zumindest ein bisschen Die Hauptinspiration in diesem Jahr kam oft von Selmins Blog Tweed & Greet, wo jeden Monat eine andere Farbe im Rampenlicht stand - wodurch ich einige neue Farben, aber auch Schnitte ausprobiert habe.  Und was habe ich am häufigsten genäht? Kein spezielles Schnittmuster, sondern eher aus einer Schnitt-Kategorie: Röcke! Einmal in grau, einmal in lila.

Bisher habe ich sie leider nur wenig getragen, obwohl mir beide Teile sehr gut gefallen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mir nicht sicher bin, mit welchen Oberteilen ich sie am besten kombinieren kann. Hat da vielleicht jemand Ideen für mich, was ich passend dazu nähen könnte? Das wäre große Klasse, denn langfristig schwebt mir eine Garderobe vor, die untereinander gut kombinierbar ist - weshalb ich gerade von Fredis Mix & Match-Reihe auf ihrem Blog Seemannsgarn sehr begeistert bin.

Beste Kamera (und beste Filmmusik) ;-)
Das folgende Bild von meinen knallorangen Shorts entstand, weil ich mal wieder nicht wusste, was ich mit meinen Händen machen soll, wenn die Kamera auslöst. Meistens stütze ich ja die Hände in die Hüften, aber an diesem Tag wollte irgendwie nichts so richtig stimmen. Also brauchte ich eine Beschäftigung für die Hände und griff zur Gitarre...


Und das waren sie, meine persönlichen Highlights aus 2017! Ich bedanke mich noch einmal bei Nina für diese tolle Linkparty, ich hatte hier beim Schreiben so viel Spaß! Den habt ihr hoffentlich auch beim Lesen! Was sind eure Highlights aus dem zur Neige gehenden Jahr? Ich bin sehr gespannt! Dann bleibt mir nur noch, euch einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr mit vielen schönen Stunden zu wünschen!
Eure Bine